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Ketamin-Wirkung bei Depression entschlüsselt

Dass eine Ketamininfusion bei schweren Depressionen ein extrem wirkungsvolles Vorgehen sein kann, wissen wir nun seit einigen Jahren. Allerdings fehlte bisher noch die Erkenntnis, worauf die Wirkung genau beruht. Es gibt zwar bereits aus der Vergangenheit einige wissenschaftliche Erkenntnisse dazu, nun sind aber von einer Forschungsgruppe aus Connecticut in den USA wichtige neue Erkenntnisse geliefert worden.

Depressionspatienten haben gestörte Aktivität im Gehirn

Diese Forschungsgruppe hat gesunde Menschen und Patienten mit schwerer Depression in ein MRT gelegt und ihre Gehirne vermessen - dabei wurde insbesondere die Aktivität der Nervenzellen in verschiedenen Hirnarealen gemessen. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Patienten mit einer Depression und gesunden Menschen. Depressive Patienten haben eine verminderte Aktivität im sogenannten Präfrontalen Cortex, der bei Gedächtnisfunktionen und Emotionen eine Rolle spielt. Neben dieser verminderten Aktivität konnten die Forscher auch noch komensatorisch gesteigerte Aktivität in anderen Gehirnteilen nachweisen - offenbar besteht im Vergleich zu Gesunden ein Ungleichgewicht in der Hirnaktivität, die zu der Depression führt.

Ketamin-Infusion: Normalisierung der Hirnaktivität

Spannend wird es nun, denn die Forschungsgruppe hat den Patienten mit Depressionen nun eine Ketamininfusion verabreicht und anschliessend die Aktivität der Gehirnareale erneut vermessen. Die Ergebnisse sind vielversprechend: In den zuvor vermindert aktiven Hirnregionen im Präfrontalen Cortex zeigte sich nun eine erhöhte Aktivität, die wieder dem entsprach, was man bei Gesunden zu sehen bekam. Ketamin ist als Infusion offenbar in der Lage, die geminderte Aktivität in entscheidenen Bereichen bei depressiven Patienten zu regulieren und zu aktivieren und entfaltet damit seine therapeutische Wirkung.

Dass Glutamat als Botenstoff dabei vermutlich eine wesentliche Rolle spiel, ergab sich aus einem kleinen Zusatzexperiment der genannten Forschungsgruppe: Man gab gesunden Patienten ein Medikament, dass die Glutamat-Aktivität im Gehirn reduzieren kann. In der anschliessenden Untersuchung der Hirnaktivität wurden die eigentlich nur bei Depressiven Patienten sichtbare verminderte Aktivität im Präfrontalen Cortex ebenfalls sichtbar. Glutamat spielt dabei also offenbar eine entscheidende Rolle.

Quellen: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29034354, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27604566, 

 

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